Unschuldig. Scharzfahrer Verdacht: Deutsche Bahn Fahrpreisnacherhebung leitet Besucherdaten aus

Kreditschädigung mit Ansage:

Deutsche Bahn Fahrpreisnacherhebung leitet ungefragt potentiell Kreditschädigende Daten aus

Unschuldig. Schwarzfahrer Verdacht: Klarna und Paypal erhalten einen “page-hit”, sagt der Datenschutzbeauftragten der Deutschen Bahn.

Wer sich auf die Webseite der Deutschen Bahn Fahrpreisnacherhebung begibt, landet automatisch ohne jegliche Einwilligung mit entsprechend interpretierbaren Merkmalen “Fahrpreisnacherhebung” in den Log-Dateien von Finanzkonzernen. Kreditschädigende Wirkung ist nicht abwegig.

“Klarna und Paypal erhalten einen page-hit (…) dass ein Aufruf der Website (…) stattgefunden hat.”, schreibt der Datenschutzbeauftragten der Deutschen Bahn.

Konsequent zu Ende gedacht könnte der Besuch der Deutschen Bahn Webseite sogar dazu führen, dass der Besucher dieser Deutschen Bahn Webseite womöglich eine Wohnung oder ein Darlehen nicht bekommt, das Autoleasing nicht bekommt, oder aufgrund schlechter Bonitätsmerkmale mit Kündigungen oder sonstigen Nachteilen rechnen müssen und womöglich niemals erfahren werden, weshalb. Profilbildung jedenfalls ist durchaus vorstellbar.

“Lasse ich mir nicht gefallen” – Christian Seebauer am Campus der Universität Sapienza in Rom

Bloßer Webseitenbesuch einer Deutschen Bahn Webseite Kredit-schädigend? Verschwörungstheorie? Keineswegs!

 

Kommentierter Screenshot 1.03.2021: Deutsche Bahn gibt potentiell Kredit-schädigende Daten ohne Einverständnis weiter

Leider ist die ungefragte Datenweitergabe der Webseite db-fahrpreisnacherhebung.de absolut real und leider ist sie garantiert nicht zu meinem Vorteil. Der unendlich dumme Spruch “ich habe ja nichts zu verbergen” hilft mir hier nicht weiter. Ich bin ein unbescholtener Bürger und nun stehen meine Daten im Zusammenhang mit “Schwarzfahren”, womöglich “Nichtzahlen” in den Logdateien von Zahlungsdienstleistern. Unschön.

Stellungnahme von Paypal: Keine Datenverarbeitungsvereinbarung

Paypal antwortet zu diesem Fall am 04.02.2021 “Natürlich handelt es sich bei den Daten um personenbezogene Daten. (…) Es gibt keine Datenverarbeitungsvereinbarung”

Das macht es natürlich nicht besser.

Weitergabe Kredit-schädigender Daten durch die Deutsche Bahn kurz erklärt zum selbst nachvollziehen

Der Normalbürger wird in der Regel von der ungefragten Datenweitergabe der Deutschen Bahn an Finanzkonzerne kaum etwas erfahren. Denn er weiß ja gar nicht, was hinter seinem Rücken womöglich gerade geschehen ist.

Die Fremd-Einbindung der Logos von Klarna und PayPal von deren Servern schneidet den Besuch der Deutschen Bahn Fahrpreisnacherhebung für die Finanzdienstleister mit. Dass mit dem Besuch der Fahrpreisnacherhebung potenziell negative Bonitätsmerkmale unterstellt werden können, ist selbsterklärend. Die Daten sind mit dem Besuch schon weg. Und welche Daten sind das?

Mindestens Deine personenbezogene IP-Adresse. Falls Du heute schon irgendwo anders eingeloggt warst, etwas bestellt hast, etwas bezahlt hast etc. ist es naheliegend, Deine Daten zusammenzuführen und diese Deiner echten Person zuzuordnen. Das nennt man Profilbildung.

Was ebenfalls ganz automatisch versendet wurde, ist Dein sogenannter Browser-Fingerprint. Auch damit können Dich Konzerne theorethisch  aus der anonymen Masse herausrechnen und womöglich als konkrete Person erkennen und könnten so auch womöglich ein ggf. schlechtes Zahlungsverhalten “Schwarzfahrer” zuordnen. Technisch machbar.

Halten wir fest: JEDER Besucher findet sich also völlig ohne Einverständnis in den Logfiles der Finanzkonzerne Klarna und Paypal wieder!

Stellungnahme vom Datenschutzbeauftragten der Deutschen Bahn

Auf Nachfrage antwortet der Datenschutzbeauftragte der Deutschen Bahn Peter S. Datenschutz (P.DV(1))

am 05.01.2021 u.a. wörtlich:

“Es werden keine personenbezogenen Daten weitergeleitet. Korrekt ist, dass durch die Einbindung der urheberrechtlich geschützten Zahlungsdienstleister-Symbole in die Webseite der Abruf dieser Symbole von den dafür vorgesehenen Servern der Dienstleister durch Ihren Browser herbeigeführt wurde. Klarna und Paypal erhalten einen page-hit für ihre Symbole und damit auch die Information, dass ein Aufruf der Website www.db-fahrpreisnacherhebung.de stattgefunden hat.

 

Antwort des Datenschutzbeauftragten der Deutschen Bahn: “Page-Hit” für Klarna und Paypal

Antwort des Datenschutzbeauftragtern der Deutschen Bahn: Page-Hit für Klarna und Paypal bestätigt

Total naiv oder Datenausleitung mit Vorsatz?

Der Datenschutzbeauftragte der Deutschen Bahn schreibt ferner “Ein Hinweis in den Datenschutzerklärung ist überflüssig, da keine Datenübermittlung stattfindet.”

Dies ist natürlich falsch. Und von einem Datenschutzbeauftragten darf an dieser Stelle mehr erwartet werden.

Ein Kommentar von Frontmedia LLC

 

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